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Peter&RaimundAufLoreleyTeil1 04.10.26

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Song Cover
v5 Lite

@ Raimund Buschmann

2026-10-05 05:14:56

Lyrics

Peter und Raimund auf der Loreley zum Reggae Festival
Die Straße flirrte in der Sommerhitze, als der Wagen die Ortstafel von Verl hinter sich ließ. Am Steuer saß Peter, den Blick entspannt auf die Autobahn gerichtet, während Raimund auf dem Beifahrersitz bereits die erste Kassette in den Schacht des Autoradios schob. Ein sattes Klacken, ein kurzes Bandrauschen, und dann füllte der tiefe, schleppende Bass eines exklusiven David Rodigan Mixes den Innenraum. Rodigans unverkennbare Stimme und die Aufnahmen der neuesten Reggae Songs tönen aus den Boxen, verpasste den staubigen Pisten des Alltags den perfekten, jamaikanischen Offbeat und spülte jede Müdigkeit fort. Die Fahrt an den Rhein war offiziell eröffnet.
Je näher sie dem großen Strom kamen, desto grüner und hügeliger wurde die Landschaft. Als der majestätische Fluss schließlich zum ersten Mal glitzernd zwischen den Hängen auftauchte, war das Urlaubsfeeling perfekt. In St. Goarshausen angekommen, ließen die beiden das Auto stehen und wechselten das Transportmittel. Eine Schifffahrt auf dem Rhein stand an. Das Deck des Ausflugsdampfers war sonnenüberflutet, links und rechts ragten die steilen Weinbergterrassen empor, und während das Schiff gemächlich die sanften Wellen teilte, summten Peter und Raimund noch immer die Melodien der Rodigan-Tapes im Kopf mit. Über ihnen thronte bereits ihr Ziel: der legendäre, sagenumwobene Loreley-Felsen.
Wieder an Land ging es steil hinauf auf das Plateau. Oben angekommen, bauten die beiden im sanften Abendlicht ihr Nachtlager auf. Keine Kompromisse: Jeder hatte sein eigenes, kleines Zelt mitgebracht, und – noch viel wichtiger war Raimunds roter, treuer Kassettenrekorder im Gepäck. Die Batteriefächer waren frisch bestückt, die Bänder zurückgespult. Doch das Zeltleben hatte so seine eigenen Tücken, wie Raimund kurz darauf schmerzhaft feststellen musste. Beim Versuch, eine hartnäckige Dose Pumpernickel mit einem stumpfen Taschenmesser zu öffnen, rutschte er ab, fluchte wie ein Rohrspatz und katapultierte das halbe Dosenbrot geradewegs in Peters offene Reisetasche.
Das wahre Spektakel begann jedoch, als plötzlich eine unerwartet heftige Windböe über den ungeschützten Loreley-Felsen fegte. Raimund, der stolz auf sein ultraleichtes, aber noch völlig ungesichertes Igluzelt blickte, schaffte es gerade noch, mitanzusehen, wie eine Windhose seine mobile Behausung erfasste. Wie ein gigantischer, bunter Luftballon hob das Zelt ab, segelte elegant über den staunenden Zeltplatz und landete punktgenau auf der Motorhaube eines parkenden Bullis. Peter bog sich vor Lachen, während Raimund – wild mit den Armen rudernd und lautstark schimpfend – seinem Zelt hinterherjagte, um es schließlich unter dem Applaus der umstehenden Festivalbesucher wieder einzufangen. Die Heringe wurden danach dreifach tief in den Boden gerammt. Als endlich wieder Ruhe einkehrte, platzierten die beiden ihren Kassettenrekorder auf einer ausgebreiteten Decke. Raimund drückte die Play-Taste, und ein extrem seltener, treibender Dubplate-Sunsplash-Mix von David Rodigan dröhnte über den Felsen. Der glasklare, tiefe Sound lockte sofort ein paar Nachbarn an: Eine Truppe echter Jamaikaner, die ein paar Meter weiter ihr Lager aufgeschlagen hatten.
Sie blieben im Takt wippend vor der Decke stehen. Einer von ihnen, ein riesiger Typ mit ellenlangen Dreads und einem breiten Grinsen, lauschte konzentriert, riss plötzlich die Augen auf und rief mit tiefer Stimme: „Yo! No way! Is that the '84 Soundclash Tape from London?!“ Peter nickte stolz. Sofort hoben die Jamaikaner grinsend die Daumen und riefen begeistert: „Good vibes, mon! Good music! You boys from Germany got the real stuff!“
Aus der kurzen Fachsimpelei über Rodigans beste Moderationen wurde schnell eine Camp-Party. Die Jamaikaner rückten mit einer Kiste eiskaltem Bier an, während Raimund – nun völlig in seinem Element – das gerettete Dosenbrot und einen westfälischen Schinken als kulinarisches Friedensangebot servierte. Die Kombination aus traditionellem Pumpernickel und jamaikanischem Lebensgefühl funktionierte erstaunlich gut. Es wurde gelacht, getanzt und lautstark zu den scheppernden Lautsprechern des Kassettenrekorders mitgesungen, bis die Crew gemeinsam Richtung Konzertgelände zog. Das absolute Highlight wartete nur wenige Schritte entfernt auf dem Plateau: Das Reggae-Festival in der geschichtsträchtigen Steinmuschel der Freilichtbühne. Die Kulisse war schlichtweg atemberaubend. Hinter der Bühne fiel der Blick weit hinab auf das tiefblaue Band des Rheins, während sich die Zuschauerränge wie ein antikes Amphitheater in den Fels schmiegten. Als die Dämmerung hereinbrach, erwachte der Sound der Steinmuschel zum Leben. Die Akustik war phänomenal; der Bass rollte wie donnernder Applaus über die Ränge und schallte kraftvoll von den uralten Felswänden wider. Peter und Raimund holten sich ein Bier vom Stand und prosteten auf tolle Stunden hier am Rhein auf der Loreley an, und genossen alles drumherum. Jaah, Mann.

Style of Music

Reggae, langsamer Rhythmus, Akkordeon, Male Vocals, Klare und deutliche Stimme , volle Stimme, Fröhlich, lustig, lebhaft.